Käsekuchen kennt ja bestimmt jeder, und vermutlich hat ihn jeder in der ketogenen Küche schon einmal gebacken. Auch ich habe im Blog ja schon Rezepte, z.B. den Erdbeer-Käsekuchen.
Ich ging bisher davon aus, ein Cheesecake wäre einfach nur die amerikanische Variante des Käsekuchens. Doch beim Backen des nachfolgenden Kuchens habe ich tatsächlich etwas dazu gelernt. Während ein normaler Käsekuchen mit Quark gemacht wird, sieht das Rezept für einen Cheesecake Frischkäse vor. Wusstest Du das? Außerdem wird ein richtig guter Cheesecake im Wasserbad gebacken. Auch davon hatte ich bisher nie etwas gehört. Ich musste das wirklich erst mal googeln …
Glücklicherweise gibt es in meiner Facebook-Gruppe viele gute Köche und Köchinnen, bei denen ich mir noch viel abschauen und lernen kann. So hat Michelle vor einiger Zeit diesen wundervollen Zitronen-Vanille-Cheesecake gepostet. Zugegeben, ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich da rangetraut habe. Denn die Zubereitung ist alles andere als einfach, exotische Zutaten benötigt man dabei nicht. Man braucht schon jede Menge Fingerspitzengefühl und vor allem viel Geduld. Doch der Aufwand lohnt sich!
Mein herzlicher Dank an Michelle für das Rezept, das ist der mit Abstand leckerste Kuchen, den ich in meiner gesamten Keto-Zeit gegessen habe!
Noch ein Tipp vorab: Am besten geht es, wenn ihr alle Zutaten bei Raumtemperatur verarbeitet. Also am besten alles schon einige Zeit vorher aus dem Kühlschrank nehmen.
Du solltest außerdem so in etwa 24 Stunden für den Kuchen einplanen. Wenn Du ihn also Samstag 15 Uhr genießen möchtest, solltest Du bereits am Freitag nachmittag mit Backen beginnen.
Zitronen-Vanille-Cheesecake
Zutaten
Boden
- 60 g gemahlene Mandeln blanchierte
- 15 g Kokosmehl
- 40 g Puderxucker fein gemahlen
- 1/4 TL Backpulver oder Zitrusfaser
- 1 Prise Salz
- Abrieb von 1/3 Zitrone Bio
- 25 g (Weide-) Butter weich
- 4 Ei
Käsekuchenmasse
- 300 g Bio Frischkäse Doppelrahmstufe
- 250 g Mascarpone
- 150 g Crème Fraîche
- 1 TL Vanillepulver leicht gehäuft, oder 1-2 frische Vanilleschoten
- 35 g Zitronensaft
- Abrieb vom Rest der Zitrone
- 70 g Puderxucker fein gemahlen
- 1 EL Mandelmehl oder 0,5-1TL Zitrusfaser
- 1 Prise Salz
Anleitungen
Kuchenboden
- Den Boden einer 18cm-Springform mit Backpapier auslegen und den Rand mit etwas Butter ausfetten - aber nicht zu viel!
- Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Für den Boden die trockenen Zutaten gut vermischen, 25g weiche Butter dazugeben und weiter rühren.
- 4 Eier (ca. 200-220g) in einer Schüssel gut miteinander zu einer homogenen Masse verquirlen (nicht mit dem (Stab-)mixer, sonst hat es zu viel Luft drin) und davon 40g in den Bodenteig geben.
- Alles gut vermischen und von Hand in die Springform drücken. Dabei den Teig am Rand ein wenig nach oben drücken.
- Den Boden ca. 15 Minuten backen, bis er sich am Rand knusprig-braun färbt. Dann rausnehmen, beiseite stellen und den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze aufheizen.
Käsekuchen-Masse
- Alle Zutaten für die Käsekuchen-Masse von HAND gut miteinander mischen und möglichst darauf achten, dass man keine Luft darunter rührt. Also langsam und mit viel Liebe 🙂
- Wenn die Masse homogen gerührt ist, die restlichen vermischten Eier (vom Kuchenboden) vorsichtig daruntermengen.
- Ca. 2 L Wasser zum kochen bringen.
- Der Kuchenteig ist nun etwas ausgekühlt und kann mit den Händen nochmal etwas angedrückt, komprimiert und in Form gebracht werden.
- Die Springform an der Außenseite 2-3x im Kreuz mit Alufolie umwickeln, so dass sie wasserdicht wird.
- Die Käsekuchenmasse auf den Boden in die Springform geben. Der Kuchen geht wenig auf, daher ist es ok, wenn die Form ziemlich voll ist.
- Ein Pizzablech ohne Löcher auf die unterste Schiene in den Ofen schieben. Die Springform darauf stellen und das kochende Wasser in das Blech um den Kuchen rum füllen (er wird im Wasserbad gebacken).
- Nun die Ofentür schließen und für mindestens die nächsten 5 Stunden NICHT öffnen. Ich habe mir dazu als Erinnerung ein Post It an die Ofentür geklebt. Manchmal schaut man ja doch gewohnheitsmäßig rein.
- Den Kuchen ca. 15-20 Minuten bei 220°C backen, dann die Temperatur auf 135-140°C runterdrehen. Dabei nicht die Ofentür öffnen!
- Eine weitere Stunde backen.
- Dann den Ofen ausschalten und den Kuchen drin stehen und auskühlen lassen. Am Besten 5 Stunden, oder länger. So fällt er nicht zusammen und bekommt keine Risse.
- Nach diesen 5+ Stunden, wenn der Kuchen vollständig ausgekühlt ist, löse vorsichtig mit einem Messer den Rand von der Springform. Der Kuchen bleibt aber in der Form.
- Für mindestens weitere 7 Stunden (am besten über Nacht) in den Kühlschrank stellen.
Nimmt man den Kuchen dann nach den vielen Stunden aus dem Kühlschrank, so ist er richtig fest, und doch cremig-schmelzig. Traumhaft! Perfekt geeignet für Familienfeiern, Geburtstage oder einfach nur ein Genießer-Wochenende.
Der Cheesecake ist sehr, sehr sättigend, Du brauchst also keine Bedenken haben, dass Du bei der kleinen Springform nicht satt wirst.
Ich bin sehr gespannt, wer diese Geduldsprobe auch mal auf sich nimmt! 🙂
Fotos: (c) Karen Wiltner und Michelle Gianom
Hallo,
5 Stunden nicht öffnen wenn der Ofen noch aus und Kuchen nur im heissen Wasser steht? Hab ich das so richtig verstanden? 🙂
Hallo Yvonne,
entschuldige die späte Rückmeldung.
Im letzten Schritt vom Kuchenboden backen steht: „Den Boden ca. 15 Minuten backen, bis er sich am Rand knusprig-braun färbt. Dann rausnehmen, beiseite stellen und den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze aufheizen.“
Du heizt also den Ofen auf 220°C und bereitest derweil die Masse vor. Dann wird das alles im Wasserbad gebacken.
Wenn man den Kuchen zu schnell abkühlen lässt, fällt er zusammen.
Liebe Grüße, Karen
Dieser Kuchen ist wirklich toll, schmeckt meinem Mann auch sehr gut. Danke Karen für das Rezept.
Sehr gerne, liebe Christine. Ich freu mich, dass es Euch schmeckt!
Alles Liebe, Karen
Habe den Kuchen gestern gemacht und heute zum Frühstück gegessen. Mein Mann und ich sind total begeistert. Super Kuchen zum 11. Jahrestag.
Herzlichen Glückwunsch von mir zum Jahrestag!
Alles Liebe, Karen
Großartige Anleitungen für einen großartigen Kuchen. Der Kuchen schmeckt leicht und überhaupt nicht „gesund“ :)))
Ich war nicht sehr hungrig, daher konnte ich warten.
Eine Frage hätte ich noch:
Könnte ich die anschließende Ofenzeit auch auslassen und den Kuchen direkt in den Kühlschrank stellen?
Liebe Grüße, Alex
Liebe Alexandra,
ich würde den Kuchen einfach im Ofen und vor allem die Ofentür zu lassen. Die Gefahr, dass er doch zusammenfällt wäre mir da zu hoch. Und bei dem Zeitaufwand wäre das wirklich sehr schade.
Wichtig ist hier wirklich, dass die ganze Zeit die Ofentür geschlossen ist.
Liebe Grüße, Karen