„Ich bin in Ketose, aber die Waage bewegt sich nicht. Ich esse kaum, bin gestresst, hab keinen Appetit – und trotzdem geht nichts weiter.“
Wenn du dich in dieser Beschreibung wiedererkennst, dann bist du nicht allein. Stillstand in der Ketose kennen vermutlich alle. Gerade in stressigen Lebensphasen kann die ketogene Ernährung sich plötzlich anders anfühlen als erwartet. Frust macht sich breit. Zweifel kommen hoch. Und du fragst dich: Funktioniert das alles bei mir überhaupt?
In diesem Artikel möchte ich dich abholen – genau da, wo du gerade stehst. Denn ich kenne diese Momente so gut. Momente, in denen man scheinbar „alles richtig“ macht und doch keinen Schritt weiterkommt. Bevor du sagst „Keto funktioniert nicht“: Lass uns gemeinsam hinschauen – nicht nur auf die Ernährung, sondern auf das, was unter der Oberfläche passiert.
Wenn Stress dein Körpergefühl (und die Waage) verändert
Wusstest du, dass chronischer Stress eine der häufigsten Ursachen dafür ist, dass das Abnehmen stockt – selbst bei ketogener Ernährung?
Dein Körper ist ein wahres Wunderwerk, aber er unterscheidet nicht zwischen „Ich habe viel zu tun“ und „Ich bin in Gefahr“. In beiden Fällen schüttet er Cortisol aus – das Stresshormon, das signalisiert: Überleben hat Vorrang.
Die Folge:
- Der Stoffwechsel verlangsamt sich
- Fettreserven werden bewusst gehalten
- Die Verdauung arbeitet schlechter
- Der Hunger wird herunterreguliert – oder chaotisch
Gerade bei Frauen, die viel leisten, funktionieren oder sich immer wieder beweisen wollen, wird dieser Dauerstress zum unsichtbaren Begleiter. Und genau dann hilft es, innezuhalten, statt noch mehr Disziplin von sich zu verlangen.
Wenn der Appetit fehlt – was dir dein Körper sagen will
Viele, die mit Keto starten, bemerken irgendwann: „Ich habe gar keinen Hunger mehr.“ Anfangs klingt das wie ein Erfolg. Doch wenn gleichzeitig das Gewicht stagniert oder sogar wieder steigt, wird es frustrierend.
Appetitlosigkeit kann ein Zeichen dafür sein, dass dein Körper überlastet ist – emotional oder physisch. Und auch, dass du gerade nicht im Modus bist, in dem du Gewicht loslassen kannst.
➡️ Statt dich zu zwingen, große Mahlzeiten zu essen, darfst du dich fragen:
- Was fällt mir gerade schwer zu verdauen – körperlich oder emotional?
- Was brauche ich, um wieder bei mir anzukommen?
- Welche kleinen Impulse würden mir heute guttun?
Wenig zu essen hilft nicht dabei, schneller abzunehmen – im Gegenteil: Kalorien in der ketogenen Ernährung: Warum „zu wenig“ problematisch ist
Emotionen und Ernährung: Es geht nicht nur um Makros
Wenn sich auf der Waage nichts tut – obwohl du dich ketogen ernährst – dann lohnt sich der Blick auf deine inneren Themen. Oft sind es alte Muster, die sich in Zeiten von Umbrüchen oder Stress wieder zeigen:
🔸 Das Gefühl, funktionieren zu müssen
🔸 Der Wunsch, alles „richtig“ zu machen
🔸 Der Glaubenssatz: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich leiste.“
Doch genau diese Muster kosten dich Energie – und manchmal auch deinen Appetit. Dein Körper reagiert auf emotionale Anspannung. Und er braucht das Signal: Ich bin sicher.
Du darfst lernen, dich selbst zu nähren – nicht nur durch Essen, sondern auch durch liebevolle Aufmerksamkeit.
Stillstand in der Ketose? Vielleicht braucht dein Körper gerade etwas anderes
Wenn du gerade kaum Hunger hast, dich schlapp fühlst oder unzufrieden bist mit deinem Fortschritt – dann fang klein an. Wirklich klein.
Hier ein paar Impulse:
🌿 Trink morgens warmes Wasser mit etwas Salz – das reguliert dein Nervensystem sanft
🌿 Gönn dir eine nährende Mini-Mahlzeit: ein Löffel Mascarpone mit Beeren, ein Bulletproof-Kakao, ein Stück Avocado mit Olivenöl
🌿 Stell dir (mindestens) 1x am Tag die Frage: Was tut mir gerade gut – ganz unabhängig von Gewicht oder Essensplan?
🌿 Atem statt Kontrolle: Atme drei Minuten lang bewusst tief in den Bauch. Das bringt dich raus aus dem Überlebensmodus.
Was brauchst du, damit Essen für dich wieder mit Freude verbunden ist?
Dein Körper ist nicht dein Feind
Wenn du gerade in einer Phase steckst, in der das Gewicht stagniert, du keinen Hunger hast und der Stress überwiegt – dann ist dein Körper nicht gegen dich. Er ruft leise: „Bitte kümmere dich um mich.“
Vielleicht geht es für dich im Moment nicht darum, möglichst viel Gewicht zu verlieren.
Vielleicht geht es gerade darum, dich selbst nicht wieder zu verlieren.
🧡 Du darfst dir Zeit lassen.
🧡 Du darfst sanft mit dir sein.
🧡 Du darfst deinem Körper vertrauen.
Lies hier weiter, wenn du magst:
- Wie du bei Keto gesunde Fette erhöhst – ohne Stress
- Warum Geduld der Schlüssel zur erfolgreichen ketogenen Ernährung ist
👉 Im nächsten Artikel zeige ich dir, was im Körper biologisch passiert, wenn Stress, Kaloriendefizit und Nährstoffmangel aufeinandertreffen – und was du konkret tun kannst, um raus aus dem Stillstand zu kommen.
