Du stehst wieder vor dem Kühlschrank, obwohl du gerade erst gegessen hast? Du spürst diesen unwiderstehlichen Drang, etwas in dich hineinzustopfen, obwohl du eigentlich gar keinen Hunger hast? Dann kennst du wahrscheinlich das Phänomen des emotionalen Essens und die damit verbundenen Heißhungerattacken.
Die versteckte Verbindung zwischen Emotionen und Essverhalten
Vielleicht fragst du dich, warum ich in meinem Keto Blog über emotionales Essen und Heißhungerattacken schreibe. Die Antwort ist einfach: Auch mit einer gesunden, ketogenen Ernährung bist du nicht automatisch vor emotionalem Essen geschützt. Die ketogene Ernährungsweise kann zwar helfen, Heißhunger auf physiologischer Ebene zu reduzieren, doch die emotionalen Auslöser bleiben oft bestehen.
Ich will dir hier keine tiefenpsychologischen Analysen liefern, sondern nur meine eigene Geschichte teilen. Vielleicht erkennst du dich darin wieder? Allein das Wissen, nicht allein zu sein, kann eine enorme Motivation sein.
Mein persönlicher Teufelskreis des emotionalen Essens
Jahrelang hatte ich mit Depressionen, Erschöpfungszuständen und einem gestörten Selbstwertgefühl zu kämpfen. Trotz professioneller Hilfe fühlte ich mich innerlich leer und hatte aufgegeben. Und immer wenn dieses Gefühl der Leere aufkam, griff ich nach Essen.
Es war ein Automatismus: Schlechtes Gefühl – essen – kurze Betäubung – noch schlechteres Gefühl – noch mehr essen.
Schon in meiner Kindheit war Essen das Symbol für Geborgenheit und Familie. Wenn ich traurig war, bekam ich Schokolade. Wenn ich überfordert war, half mir ein spätnächtlicher Gang zum Kühlschrank beim Einschlafen. Essen wurde zu meiner emotionalen Krücke.
Bei jeder neuen Diät oder Ernährungsumstellung folgte das gleiche Muster: Anfänglicher Erfolg, dann ein Rückschlag, Frustration und schließlich die Rückkehr zu alten Essgewohnheiten. Nach meiner Almased-Diät hörte ich mit dem Rauchen auf – eine großartige Leistung! Aber anstatt diesen Erfolg zu feiern, begann ich wieder zu essen, um mit der Unsicherheit der neuen Routine umzugehen.
2013 startete ich mit Low-Carb und ketogener Ernährung, die wirklich zu funktionieren schien. Doch auch hier gab es Tage, an denen ich einfach aß, ohne zu wissen warum. In diesen Momenten fühlte ich mich ungeliebt, unvollkommen und minderwertig. Das Essen überlagerte diese Gefühle mit Müdigkeit und Trägheit.
Der Schlüssel zur Veränderung: Die eigenen Trigger verstehen
Erst 2014 begriff ich, dass ich den Auslöser für mein emotionales Essverhalten in meiner Kindheit suchen musste. In den Beziehungsmustern zu meinen Eltern.
Jedes Mal, wenn ich mich beschützt fühlen wollte, wenn ich mir wünschte, dass jemand stolz auf mich ist oder mich einfach nur in den Arm nimmt – und das wieder nicht geschah – griff ich zu Essen als Ersatz für diese emotionale Zuwendung.
Ich hatte ein verzerrtes Selbstbild und konnte mir keine positiven Eigenschaften zuschreiben. Um etwas zu verändern, musste ich das Gefühl identifizieren, das jeder Heißhungerattacke vorausging. Mein Ziel war, dieses Gefühl frühzeitig zu erkennen und anders darauf zu reagieren.
Praktische Strategien gegen emotionales Essen
Hier sind einige Strategien, die mir geholfen haben und vielleicht auch dir helfen können:
- Gefühle bewusst wahrnehmen: Bevor du isst, halte inne und frage dich: „Habe ich wirklich Hunger oder fühle ich mich einsam/traurig/gestresst?“
- Gefühlstagebuch führen: Notiere täglich, wann du emotionalen Hunger verspürst und welche Emotionen dabei auftreten
- Alternative Handlungen einüben: Erstelle eine Liste mit Aktivitäten, die dir gut tun (spazieren gehen, ein Bad nehmen, eine:n Freund:in anrufen)
- Selbstgespräche führen: Hinterfrage negative Gedanken über dich selbst und ersetze sie durch positive
- Achtsamkeit beim Essen praktizieren: Iss langsam und bewusst, ohne Ablenkung durch Fernseher oder Smartphone
Die Reise zu einem neuen Selbst
Seit ich verstehe, warum ich emotional esse, geht es mir besser. Ich habe etwas Konkretes, an dem ich arbeiten kann.
Ich habe eine Entscheidung getroffen: Dies ist mein Leben. Und ich werde es gestalten, wie ich das möchte. Wenn das bedeutet, dass einige Menschen keinen Platz mehr haben in meinem Leben, dann ist das so.
Jetzt, da ich meine emotionale Rüstung aus Übergewicht teilweise abgelegt habe, fühle ich mich verletzlicher. Es ist noch immer nicht einfach. Aber das ist kein Grund, in alte Muster zurückzufallen.
Und wenn doch einmal ein Rückfall passiert? Dann gibt es jetzt eben ketogene Alternativen statt Zucker und Kohlenhydrate, die mein emotionales und körperliches Wohlbefinden unterstützen. So ist dieser Blog hier entstanden.
Begleitung auf dem Weg zur emotionalen Freiheit
Die Überwindung von emotionalem Essen ist eine persönliche Reise, die Zeit, Geduld und manchmal professionelle Unterstützung erfordert. Als Coach begleite ich Frauen auf diesem Weg und helfe ihnen, die tieferen Ursachen ihres Essverhaltens zu verstehen und nachhaltige Veränderungen zu bewirken.
In meinen persönlichen Coaching-Angeboten verbinde ich die Prinzipien der ketogenen Ernährung mit emotionaler Arbeit, um nicht nur das Essverhalten zu verändern, sondern auch die dahinterliegenden emotionalen Muster zu transformieren. Gemeinsam entwickeln wir individuelle Strategien, die zu deinem Leben und deinen persönlichen Herausforderungen passen.
Wenn du spürst, dass du alleine nicht weiterkommst und Unterstützung auf deinem Weg wünschst, schau dir gerne meine Angebote an. Ein erster unverbindlicher Kennenlern-Call kann dir zeigen, ob mein Ansatz zu dir passt.
Was ich dir mit auf den Weg geben möchte
Es fiel mir nicht leicht, all das aufzuschreiben. Die Gedanken an mögliche Leser – Familie, Kunden, Kollegen, Vorgesetzte – und deren Reaktionen waren beunruhigend.
Aber das Aufschreiben und Teilen meiner Geschichte war ein wichtiger Teil meines Heilungsprozesses. Während des Schreibens lässt man Situationen Revue passieren, überlegt, was man eigentlich sagen möchte. Dabei verändert sich das Denken, und man verändert sich selbst.
Nicht umsonst heißt es „sich etwas von der Seele schreiben“. Vielleicht probierst du das auch einmal?
Ich möchte, dass du weißt: Du bist nicht allein mit deinen Problemen. So viele Menschen kämpfen mit emotionalem Essen und Heißhungerattacken. Wir können uns gegenseitig helfen und unterstützen.
Stelle dich deiner Angst, deinen Gedanken, deiner Furcht. Wie eine gute Freundin zu mir sagte: „Sei dir selbst deine beste Freundin!“
Dein Weg zur emotionalen Freiheit
Ich habe auf meinem Weg viele Fehler gemacht und bin weit entfernt von Perfektion – sowohl im Leben allgemein als auch bei meiner Ernährung. Manchmal esse ich zu einseitig, manchmal zu viel, manchmal zu wenig. Aber das ist nicht mehr schlimm, weil ich jetzt esse, weil ich es möchte und es mir danach gut geht. Nicht mehr, um mich schlecht zu fühlen.
Es ist ein langer Weg, und er ist auch für mich noch nicht zu Ende. Aber jeder Schritt in Richtung Selbstliebe und emotionaler Freiheit ist ein Schritt wert.
Kennst du emotionales Essen und Heißhungerattacken auch aus eigener Erfahrung? Was hilft dir am besten, damit umzugehen? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren – vielleicht hilfst du damit jemand anderem auf seinem Weg.
Und wenn du regelmäßig mehr zu den Themen ketogene Ernährung, emotionales Essen und Selbstliebe erfahren möchtest, trage dich gerne in meinen Newsletter ein.

Häufig gestellte Fragen zum Thema emotionales Essen
Kann die ketogene Ernährung bei emotionalem Essen helfen?
Die ketogene Ernährung kann durch stabilere Blutzuckerwerte physiologischen Heißhunger reduzieren, löst aber nicht automatisch die emotionalen Ursachen des Essverhaltens.
Wie erkenne ich, ob ich aus Hunger oder aus emotionalen Gründen esse?
Emotionales Essen tritt oft plötzlich auf, ist meist auf bestimmte „Trostnahrungsmittel“ fokussiert und verschwindet nicht durch gesunde Alternativen.
Ist emotionales Essen eine Essstörung?
Gelegentliches emotionales Essen ist normal. Von einer Störung spricht man erst, wenn es regelmäßig auftritt und zu Leidensdruck führt.
Wie lange dauert es, emotionales Essen zu überwinden?
Der Prozess ist individuell verschieden. Die Veränderung von langfristigen Essgewohnheiten und emotionalen Mustern braucht Zeit und Geduld.
Sollte ich professionelle Hilfe suchen?
Wenn emotionales Essen deinen Alltag stark beeinträchtigt oder mit anderen psychischen Problemen einhergeht, kann professionelle Unterstützung sehr hilfreich sein.